Salut und danke Karl – eine Würdigung zu seiner Trauerfeier

Wahrscheinlich hätte Karl nicht gewollt, dass man auf seiner Trauerfreier große Reden schwingt und sein Leben würdigt. Es war überhaupt nicht seine Art, von dem, was er in der Regel großartig machte, großes Aufhebens zu machen. Wenn man sich für irgendwas bedankte, murmelte er maximal etwas in seinen Bart, ja, ja, schon gut.

Jugendgruppe grüßte Karl aus Frankreich

Trotzdem wollen wir ihn nicht so einfach gehen lassen. Sein Leben war auch ein Leben mit und für die Jugendgruppe des Eifelvereins Roetgen. Und in vielen anderen Vereinen und Organisationen hat er, wenn auch nicht über so eine lange Zeit, einiges geleistet; ob das unser Landesverband der Deutschen Wanderjugend, der Theaterverein, der Karnevalsverein oder die Schützen waren.

Karl war mehr oder weniger von Gründung der Jugendgruppe 1967 an aktiv. Zunächst als Mitglied und Freizeiten-Teilnehmer, sehr bald dann als einer ihrer wesentlichen Stützen. Von den 50 Freizeiten und deutsch-französischen Begegnungen, die seitdem stattgefunden haben, hat Karl rekordmäßige 42mal teilgenommen. An den meisten davon als der Mann im Hintergrund, der dafür gesorgt hat, dass die Dinge einfach funktionieren. Das war seine unverzichtbare Rolle fast sein gesamtes Erwachsenenleben lang.

Ob es darum es darum ging:

  •  für mehr als 100 Leute einzukaufen und dabei strenge Budges einzuhalten
  •  Picknicks und Ausrüstungen an entlegenste Plätze zu bringen
  • als Besenwagen über hunderte km hinter Fahrrädern herzuzuckeln.
  • große und kleine Reparaturen zu erledigen.
  • Teilnehmer zwischen Aktivitäten hin und her fahren
  • sein Auto als Zugmaschinen für immer größere Hänger einzusetzen
  • aber auch darum verrückte Kostüme fürs Abendprogramm anzuziehen
  • oder zu helfen, den Weihnachtsmarkt aufzubauen

Auf Karl konnte man sich nicht nur immer hundertprozentig verlassen, man wusste auch, dass er seinen Bereich absolut kompetent im Griff hatte. Dabei war er kein Schön-Wetter-Helfer, sondern auch dann da, wenn es weh tat, z. B. im Winter beim Aufbau des Weihnachtsmarkts, wenn sonst keiner wollte oder konnte, wie zuletzt im Dezember.

Deshalb war Karl für mich und auch schon für meinen Vater als Jugendwart – für die französische Gruppe übrigens auch – eine unverzichtbare Hilfe und Stütze.

Die Jugendgruppe wie sie heute dasteht, gäbe es ohne Karl so nicht, und dass wir in diesem Jahr mit unseren französischen Freunden 50 Jahre Partnerschaft feiern konnten, ist wesentlich auch sein Verdienst.

Dass Karl nicht nur ein großer Organisator war, sondern auch von Generationen von Jugendlichen als Vorbild, Original und beeindruckende, sicher auch eigene Persönlichkeit wahrgenommen wurde, lässt sich aus den vielen kleinen Nachrufen erkennen, die uns Facebook und andere digitalen Medien erreicht haben.

Klar, alles hat seinen Preis: Karl auf seinen längeren Diskursen über die entlegenen Details des deutschen Fernmeldewesens oder die ausgefeilten Prinzipien von Bahn-Fahrplänen zu folgen, konnte tatsächlich anstrengend sein, der tägliche Karl- Anruf in den Organisationshochzeiten, der immer mit „Hörens“ begann, war bei uns familiär legendär.

Aber wir haben dies gerne in Kauf genommen. Und wir werden auch dies, wie alles andere, was mit Karl zu tun hat, schmerzlich vermissen. Wir glauben immer noch, dass er jeden Augenblick bei uns die Treppe hochkommt, wie er das getan, seitdem ich denken kann.

Wir bedanken uns nicht nur als Jugendgruppe bei Karl, für alles, was er getan. Ich bedanke mich auch ganz persönlich beim ihm, weil er uns auch familiär immer unterstützt hat und sofort da, wenn wir ihn brauchten.

Danke Karl.